Vatertag: Polizei zieht hunderte unsichere Fahrzeuge aus dem Verkehr


Darüber lacht der TÜV: Bollerwagen.

Darüber lacht der TÜV: Bollerwagen.

Hamburg. Es ist ungeheuerlich: Ausgerechnet an Vatertag hat die Polizei rund um Hamburg hunderte Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen, weil sie nicht den Vorschriften entsprechen. „Die Fahrzeuge haben keinen Blinker, kein Nummernschild, keine Lichtanlage, die meisten haben nicht einmal eine Bremse“, beschreibt Polizeihauptmeister Hein Kruse die unfassbaren Zustände.  „Es ist schade,  dass so viele Menschen den Feiertag ausnutzen, um gegen das Gesetz zu verstoßen.“

Schluss mit lustig: Die konfiszierten Bollerwagen wurden sofort verbrannt.

Schluss mit lustig: Die konfiszierten Bollerwagen wurden sofort verbrannt.

Bei den zahlreichen Verkehrssündern handelt es sich hauptsächlich um Gruppen von Männern, die in sogenannten „Bollerwagen“ mehrere Kisten Astra, Becks sowie Unmengen von Kümmel, Rum und andere Spitiruosen transportieren. „Offenbar denken die Leute, nur weil Vatertag ist, könnten sie mit verkehrsuntüchtigen Fahrzeugen herumfahren, weil sie sowieso niemand kontrolliert“, vermutet der Polizeibeamte. „Aber da haben sie sich geschnitten. Sie werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.“

Mit dem dreisten Verweis auf „eine alte Tradition“ waren viele Männer an Vatertag mit dem Bollerwagen unterwegs, obwohl sie gar keine Väter sind. Das könnte laut Polizei erklären, wieso viele Fahrzeuge nicht verkehrssicher waren: Väter seien  erfahrungsgemäß verantwortungsbewusster als Nicht-Väter.

Besonders pikant: „Die meisten der Männer waren bereits am Vormittag so betrunken, dass sie nicht mehr geradeaus laufen konnten“, so Kruse. Das habe sie aber nicht daran gehindert, die völlig unsicheren Gefährte zu lenken. Nun erwartet sie ein Bußgeldverfahren wegen der Nutzung nicht-zugelassener Fahrzeuge, eine Anklage wegen Trunkenheit am Steuer, mindestens drei Punkte in Flensburg sowie ein dreimonatiges Fahrverbot.

Donnerstag, 14. Mai 2015.

(Bilder: Rikva (Bollerwagen)/ FF-Kostheim (Brand), CC BY-NC-ND 2.0)