Hafengeburtstag: Flashmob mit 300 Schiffen sorgt für Verkehrs-Chaos auf der Elbe


Sorgt für Chaos auf der Elbe: Flashmob-Schiff beim Hafengeburtstag.

Sorgt für Chaos auf der Elbe: Flashmob-Schiff beim Hafengeburtstag.

Hamburg. Staus auf Hamburgs Straßen – und nun auch auf der Elbe: Der 826. Hafengeburtstag wird für ein beispielloses Verkehrs-Chaos auf der Elbe sorgen. Nach Informationen der Hamburger Stimme sollen am Freitagabend ab 17 Uhr gut 300 Schiffe gleichzeitig in den Hafen einlaufen. „Da geht dann nichts mehr, die stehen dann Stoßstange an Stoßstange“, prognostizieren Wasserverkehrsexperten der Hamburg Port Authority (HPA). Berufspendler sind sauer.

„Ich bin heute Morgen extra auf meine Yacht umgestiegen, um von Wedel ins Büro an den Landungsbrücken zu fahren und damit die Staus auf den Straßen zu umschiffen“, sagt etwa der 38-Jährige Systemadministrator Florentinus Kallensiep. „Das hat auch super geklappt. Aber heute Abend kann ich das wohl vergessen, der Rückweg ist völlig verstopft mit alten Fregatten, Militärschiffen und was weiß ich noch alles“, ärgert er sich. „Das war so nicht abzusehen.“

In der Tat: Die Schiffskapitäne haben sich erst am Vormittag spontan per Facebook zu einem Schiffs-Flashmob im Hamburger Hafen verabredet. In der Gruppe „Einlaufparade jetzt: Wir sprengen den Hafengeburtstag!“ haben sich bisher über 300 Teilnehmer versammelt, darunter die „Gorch Fock“ – das Segelschulschiff der Marine – sowie das riesige Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth“. „Hihihi, das wird ein Spaß“, schreibt ein Kapitän bei Facebook. Ein anderer spricht von einem „ordentlichen Hupkonzert, an das die Hamburger sich noch lange erinnern werden“.

Unverständnis dafür ernten sie hingegen von Kapitänen, die heute arbeiten wollen: „Wieso müssen die denn alle auf einmal einlaufen? Flashmob-Spaß hin oder her, die hätten sich wenigstens darauf einigen können, über den Tag verteilt zu kommen!“, ärgert sich ein Kapitän mit Augenklappe und Holzbein, der namentlich nicht genannt werden will. „Wie sollen rechtschaffene Menschen wie ich denn da auslaufen und Geld verdienen? Arrrrrrr!“

Die Wasserschutzpolizei muss dem schändlichen Treiben tatenlos zusehen: Mit ihren kleinen Nussschalen hat sie gegen die gigantische Schiffe keine Chance. „Die würden uns einfach wegrammen“, sagt ein Beamter. „Dieses Risiko dürfen wir nicht eingehen.“

Immerhin: Die Polizisten legen sich entlang der Elbe auf die Lauer. „Jeder Kapitän, der zu schnell fährt, gewagt überholt, anderen Verkehrsteilnehmern den Scheibenwischer zeigt oder sie gar als ‚Vollpfosten‘ oder ‚Arschloch‘ tituliert, kann sich auf saftige Geldbußen gefasst machen“, teilte die Polizei Hamburg mit. Auch der Führerscheinentzug sei denkbar.

Aus Kapitänskreisen verlautet unterdessen, dass dies erst der Auftakt ist und am Sonntagnachmittag bereits der nächste große Schiffs-Flashmob in ähnlichem Ausmaß geplant sei. Die Hamburg Port Authority bezweifelt das allerdings. „Das trauen die sich nicht, da wären die ja völlig verrückt!“

Freitag, 8. Mai 2015.

(Bild: redbirdweb / gemeinfrei)