Kitastreik in Hamburg: Ikea Altona warnt vor Chaos im Smaland


Will endlich seine Nase wiederhaben: Kind im Smaland.

Will endlich seine Nase wiederhaben: Kind im Smaland.

Hamburg. Der Ikea-Filiale in Hamburg-Altona droht der Ausnahmezustand: Wegen des Unbefristeten Kitastreiks sei ein „Chaos in bisher unbekanntem Ausmaß“ in der Smaland-Kinderbetreuung unvermeidbar. Die Möbelkette erwartet allein am Freitag, dass tausende Eltern ihre Kinder im Smaland abgeben werden. Mit schlimmen Konsequenzen.

„Stellen Sie sich das mal vor: Tausende von Kindern in unserem Smaland. SMAland! Nicht STORland! Es ist eine KLEINE Betreuung, nicht gemacht für große Kindermengen!“, sagte der aufgebrachte Ikea-Filialleiter der Hamburger Stimme. Eine artgerechte Kinderhaltung sei unter diesen Umständen nicht zu gewährleisten. So sollen zwar alle Kinder übersichtlich und sicher in Billy-Regalen gestapelt werden. „Wir rechnen trotzdem mit zahlreichen geklauten Nasen, fallenden und schreienden Reitern sowie mit mehreren Verlustfällen beim unvermeidlichen Versteckspielen“, warnt der Ikea-Filialleiter.

Der Hintergrund: Weil die Eltern ihre Kinder wegen des Freitag beginnenden Erzieherstreiks nicht in den Kindertagesstätten abgeben können, werden viele wohl auf das Smaland von Ikea Altona ausweichen – eine ohnehin beliebte Betreuungsoption in Hamburg für gestresste Mütter und Väter. Doch der verstärkte Andrang wird selbst Ikea zu viel.

„Der kleine Finn möchte von seinen Eltern aus dem Smaland abgeholt werden.“ Nur eine von zahlreichen Lautsprecherdurchsagen, die ungehört verhallen werden – Finns Eltern sind noch bei der Arbeit, sie kommen erst gegen 17 Uhr. Eine von Sorgenfalten geplagte Mitarbeiterin im Smaland sagt: „Und wir müssen Finn dann erklären, dass Papa noch nicht da ist. Wieder und wieder und wieder und wieder.“

Unterdessen arbeitet Ikea an einer Kooperation mit der Bahn. Laut Informationen der Hamburger Stimme hat Bahn-Chef Rüdiger Grube versprochen, die Betreuung sämtlicher Kinder sicherzustellen. Ein Kindersonderzug werde die kleinen Bürger in das „Kinderbetreuungsparadies“ eines gewissen C. Weselsky chauffieren. „Dort können die Kleinen dann schreien und toben, so viel und vor allem so laut sie wollen.“ Im Übrigen, erklärte Grube, glaube er, dass der Bahnstreik schon bald und bis auf alle Ewigkeit ein Ende haben werde.

Mittwoch, 6. Mai 2015.

(Bild: Crimifants /CC BY-SA 2.0)