FC St. Pauli will S-Bahn-Maurer verpflichten, um Gegentore effizient zu verhindern


Auch das Tor des FC St. Pauli wird in den Morgenstunden nicht bewacht...

Auch das Tor des FC St. Pauli wird in den Morgenstunden nicht bewacht…

Hamburg. Drei vermummte Täter hatten die Tür eines Hamburger S-Bahn-Waggons zugemauert, nun hat der FC St. Pauli Interesse angemeldet. „Ihr autonomen S-Bahn-Maurer, bitte meldet euch im Vereinsheim, wir brauchen euch!“, heißt es in einem offenen Brief von Pauli-Präsident Oke Göttlich. „Nur mit eurer Hilfe können wir hinten dicht machen und weitere Gegentore verhindern.“ St. Pauli hat mit 49 Treffern die meisten Gegentore aller Zweitliga-Clubs kassiert.

Weiter Details zu seiner Tor-Verhinderungs-Strategie nannte Göttlich nicht. „Ich sage nur so viel: In unserem Stadion wird unser Tor in den frühen Morgenstunden eigentlich nie bewacht.“ Aus Göttlichs Umfeld erfuhr die Hamburger Stimme außerdem, dass eine Nacht-und-Nebel-Aktion angedacht sei.

Göttlich versprach den Vermummten zudem „ein angemessenes Honorar“ in Form von Totenkopf-Fanartikeln, Dosenbier ohne Ende sowie Dauerkarten auf Lebenszeit für die Südkurve. „Details und eure Identität bleiben natürlich geheim“, so der Pauli-Präsident. Womöglich können Pauli-Fans bereits beim Heimspiel gegen RB Leipzig am Sonntag die Früchte des Deals bewundern.

Clevere St.-Pauli-Ultras bezweifeln allerdings die Wirksamkeit der Strategie. „Ich meine: Eine Halbzeit mag das ja aufgehen, da kriegt der Gegner nie im Leben den Ball hinter die Linie“, sagte ein eingefleischter Fan, der Göttlichs Plan offenbar durchschaut hat. „Aber die zweite Halbzeit, wenn die Seiten gewechselt werden – die bereitet mir wirklich Kopfzerbrechen.“

Donnerstag, 30. April 2015.

(Bild: Bundespolizei)