Hamburger Junge erfindet Universal-Begriff „Alderdigger“


Froh über seine Wortschöpfung, Alterdigger: Hamburger Junge.

Froh über seine Wortschöpfung, Alderdigger: Hamburger Junge.

Hamburg. Für viele Jugendliche dürfte es eine krasse Erleichterung sein: Ein Hamburger Junge hat einen Begriff erfunden, der einem die Entscheidung abnimmt, ob man „Alder“ oder eher „Digger“ sagen soll. Der Universal-Ausdruck „Alderdigger“ vereint nun beide Wörter und ist extrem vielseitig einsetzbar.

„Oft musste ich überlegen: Sage ich jetzt Alder? Oder sage ich jetzt Digger?“, erklärt der schlaue Jäckson (15)  aus Hamburg-Mümmelmannsberg das Grundproblem. „Alder, ich sag‘ dir, oft kommt dann sowas dabei raus, Digger, dass man beides irgendwie in einem Satz verwendet, Alder. Verwirrt mich voll, Digger, ist echt schwierig gewesen, Alder.“

Dann sei ihm in der S-Bahn zwischen Veddel und Hammerbrook plötzlich der geniale Einfall gekommen: „Da hab ich zu meinem Kollegen gesagt: ‚Ey Digger, wieso sagen wir nicht Alderdigger?‘ Und jetzt, mit dem neuen Begriff, ist das Problem endlich gelöst, Alderdigger“, ruft der Junge triumphierend. Er räumt jedoch ein, dass er selbst sich noch daran gewöhnen muss, seine Wortschöpfung regelmäßig anzuwenden. „Alderdigger, es klappt aber immer besser, Alderdigger.“

Den Begriff „Alderdigger“ kann man nun immer dann nutzen, wenn man Überraschung, Empörung, Unverständnis, Wut, Freude, Trauer oder jedwede andere Form der Emotion äußern will. Man kann „Alderdigger“ aber auch als völlig belangloses Füllwort am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Satzes verwenden (oder auch alles auf einmal), die Regularien sind da ziemlich lax.

„Alderdigger, das Coolste ist: Man muss, Alderdigger, jetzt nicht mehr so viel nachdenken beim Reden“, sagt Jäckson. „Dadurch, Alderdigger, spare ich viel Zeit.“ Er selbst habe mit dem neuen Begriff seine Durchschnitts-Dpm (Diggers pro Minute) von 60 auf über 100 steigern können. Was aber auch daran liegen könnte: „Diggeralder, dadurch, dass ich nicht überlegen muss, Diggeralder, glaube ich sogar, Diggeralder, dass ich Diggeralder noch öfter benutze als vorher, Diggeralder. Geil“, freute sich Jäckson, um eilig ein „Diggeralder“ nachzuschieben.

Der Duden hat bereits angekündigt, „Alderdigger“ in die 27. Ausgabe seines Wörterbuchs aufzunehmen. Weil das Wort laut Verlagsangaben dermaßen universell einsetzbar ist, werden zudem sämtliche rund 140.000 Einträge um folgenden Zusatz ergänzt: „Siehe auch ‚Alderdigger'“.

Mittwoch, 29. April 2015.

(Bild: Eesy Eric Sell / CC BY-SA 2.0 de)