Bayern mustert Spieler aus, weil sie im heißgelaufenen Zustand nicht sicher treffen


Hat sich vor dem Schritt im Verteidigungsministerium umgehört: Rummenigge.

Hat sich vor dem Schritt im Verteidigungsministerium umgehört: Rummenigge.

Hamburg. Nach dem verlorenen DFB-Pokal-Halbfinale gegen Dortmund hat der FC Bayern München die mangelnde Treffsicherheit seiner Spieler eingeräumt. „Ja, es stimmt: Einige unserer Spieler schießen ungenau, wenn sie nach zwei Halbzeiten plus Verlängerung heiß gelaufen sind„, bestätigte Bayern-Vorstand Rummenigge. Darum müsse man sich leider von ihnen trennen. „Als Standardspieler des FC Bayern München haben sie ausgedient.“

Die vier erfolglosen Elfmeterschützen Philipp Lahm, Xabi Alonso, Mario Götze und Manuel Neuer müssen sich nun einen neuen Job suchen. Pikant: Götze traf nicht, obwohl er erst in der 84. Minute eingewechselt worden war und somit eigentlich nicht heißgelaufen sein konnte. Ein Prüfbericht im Auftrag von Bayern München soll klären, wie es zu den Ungenauigkeiten kommen konnte. In einem ersten Test ist bereits von „mangelnder Präzision nach einem zweistündigen Spiel, teilweise auch nach kürzerer Zeit“ die Rede.

Experten vermuten allerdings, dass dies nur die Spitze des (H)Eisberges ist. Sie glauben, dass der komplette FC Bayern München sowie alle anderen 17 Vereine der Bundesliga mit untauglichen Spielern ausgestattet wurden. Nach Informationen der Hamburger Stimme hatten die Mütter der Spieler die Mängel jahrelang vertuscht und deren Qualitäten beschönigt.

„Das fällt kaum jemandem auf, weil es selten zu solchen Situationen kommt“, erklärt Sportwissenschaftler Prof. Hans Knudsen von der Universität Hamburg. „Aber wenn die Spieler mal in solche kritischen Situationen kommen, sie also 90 Minuten plus Verlängerung spielen und dann noch Elfmeter versenken müssen – dann ist die Sache gelaufen, dann ist alles möglich, dann kann es sein, dass sie extrem unpräzise schießen. Insofern ist die Niederlage von Bayern München nur die traurige Konsequenz institutionellen Versagens.“

Der FC Bayern München und die anderen Vereine wüssten zwar um die Probleme, hätten sie aber jahrelang ignoriert. „Nun müssen sie handeln“, sagte Knudsen. Eine Konsequenz könnte sein, dass sich langfristig alle Bundesliga-Spieler einen neuen Job suchen. Das ist aber unwahrscheinlich, glaubt Knudsen. „Die Vereine werden irgendwie rumwurschteln und versuchen, an einigen Stellschrauben zu drehen. Das wird aber nicht helfen.“ So hat unter anderem der HSV bereits angedeutet, die Mängel an seinen Spielern beheben zu wollen. Wie das gehen soll, teilte der Verein allerdings nicht mit.

Mittwoch, 29. April 2015.

(Bild: Dirk Vorderstraße / CC BY 2.0)